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Richtig grillen mit dem Kugelgrill

Da wir oft gefragt werden, wie denn die richtige Technik am Kugelgrill ist, hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

Foto: Nena - Fotolia.com
Richtig grillen am Kugelgrill

Da wir diese Frage nun schon öfters hatten, hier mal meine Erfahrung zum Grillen mit dem Kugelgrill. Ich habe mir ja schon die abenteuerlichsten Geschichten über das Grillen mit so einem Grill erzählen lassen. Vom Löschen der Flammen mit einem Bier, von verkohlten Alutassen und von außen verbrannten, aber innen rohen Fleischstücken. Ebenso haarsträubende Storys über das Anheizen eines Kugelgrills.

Ich mache hier keine Religion draus und jeder soll grillen, so wie er möchte. Aber ich denke es ist an der Zeit zusammenzufassen, wie ich (aber auch viele andere) mit diesem tollen Grill (wie manche vielleicht wissen, nutze ich einen Weber Kugelgrill, es klappt aber sicher auch mit anderen Marken) umgehen und sich auf einfache Art und Weise sehr gute Ergebnisse erzielen lassen.

Anheizen des Kugelgrills

Ich habe in den Anfängen meiner „Grillkarriere“ viel probiert und auch schon eigene Artikel über das Anheizen des Grills geschrieben, aber für mich gibt es inzwischen nur mehr eine Methode einen Grill anzuheizen, mit einem Anzündkamin. Auch hier verwende ich gewöhnlich einen der Marke Weber, aber es gibt viele funktionierende Anzündkamine am Markt, die sich nur durch die Verarbeitung und teilweise durch die verwendeten Materialien unterscheiden.

Wer mit einem Anzündkamin anheizt braucht sich auch die Frage nach der korrekten Menge an Grillbriketts nicht zu stellen. In der Regel nehme ich einen Anzündkamin voll.

Dabei gebe ich die vom letzten Grillen übrig gebliebenen Grillbriketts in den Kamin und fülle mit neuen Briketts nach, bis der Anzündkamin voll ist.

Den Anzündkamin stelle ich dann (bei entferntem Grillrost) in die Mitte des Kugelgrills, lege einen Grillanzünder darunter, entfache diesen und warte, bis die Grillbriketts im Anzündkamin durchgeglüht sind. In der Regel ist das nach ca. 20 Minuten der Fall.

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grillen mit dem Kugelgrill

Indirektes Grillen mit dem Kugelgrill

Die für mich wichtigste Variante den Kugelgrill zu benutzen. Ich grille eigentlich fast nur indirekt. Es ist für mich unkompliziert und auch die speisen gelingen mir so am besten. Bis auf wenige Ausnahmen, aber dazu später.
Die Grillbriketts sind ja nun bereits gut durchgeglüht, daher verteile ich diese links und rechts im Kugelgrill. Praktisch dafür sind die Kohlenabstandhalter (Holzkohlehalter) oder die Holzkohlekörbe. Ich bevorzuge die Holzkohlekörbe, weil ich damit die restlichen Holzkohlebriketts wieder sauber in den Anzündkamin schütten kann. Diese Abstandhalter bzw. Körbe sorgen dafür, dass die Holzkohlebriketts und damit auch die Hitze, nur am Rand des Grills bleibt. Dazwischen in der Mitte des Grills platziere ich eine Alu-Tropftasse. Das erleichtert mir das spätere Reinigen des Kugelgrills.

Nun wird der Grillrost über Grillbriketts und Tropftasse gelegt. Jetzt lege ich den Deckel auf den Grill und lasse den Grillrost etwas vorheizen. Das passiert noch ohne Fleisch auf dem Grill.

Nach kurzer Vorheizzeit öffne ich den Deckel wieder und reinige den vorgeheizten Grillrost mit einer Grillbürste. Jetzt lege ich das Grillgut auf den Rost. Das Grillgut (Chicken Wings, Spare Ribs, usw. eigenen sich hervorragend fürs indirekte grillen) wird im mittleren Bereich des Grillrosts genau über der Tropftasse platziert. Dadurch kann Fett welches beim Grillen aus dem Fleisch austritt in die darunterliegende Tropftasse tropfen.
Nun kommt das Wichtigste: Der Deckel des Kugelgrills wird wieder geschlossen!

Bei geschlossenem Deckel zirkuliert die heiße Luft rund um das Grillgut, welches wie in einem Backrohr von allen Seiten gegrillt wird. Von Zeit zu Zeit prüft man durch kurzes Anheben des Deckels, ob das Grillgut bereits gar ist.

Mit der Zeit bekommt man aber ein Gefühl, wie lange welches Fleisch benötigt. Oder sie messen die Kerntemperatur mit einem (eventuell kabellosen) Grillthermometer.

Öffnen Sie den Deckel immer nur sehr langsam, damit nicht durch einen etwaigen Luftzug bzw. Unterdruck Asche aufgewirbelt wird, die sich auf das Grillgut legen könnte.

Direktes Grillen mit dem Kugelgrill

Manche Gerichte grille ich lieber direkt. Ein Steak beispielsweise, oder Würstel. Ich finde, nur direkt über der Glut werden diese so richtig knusprig und lecker. Bei dieser Grillmethode verteile ich die durchgeglühten Grillbriketts nicht links und rechts, sondern eher mittig bis zu einem Rand. Von der Mitte bis zum gegenüberliegenden Rand lasse ich einen Freiraum. Diesen Bereich kann ich später als Warmhaltezone nutzen. Beim indirekten grillen nutze ich keine Tropftasse, da das Fleisch ja direkt über Glut liegen wird.

Nun lege ich den Grillrost auf den Grill und heize wieder den Grillrost bei geschlossenem Deckel vor. Nach kurzer Aufheizzeit erfolgt wieder die Reinigung des Grillrosts mit einer Grillbürste und das Grillgut wird über der Glut auf den Grill gelegt. Jetzt wird wieder der Deckel geschlossen. Beim direkten grillen müssen Sie etwas aufpassen, da es sehr schnell geht, bis das Fleisch durchgegart ist. Hier ist es auch nötig das Fleisch zu wenden, damit die Karamellisierung/Rösten auf beiden Seiten stattfinden kann. Wenn das Fleisch bereits die richtige Farbe außen hat, können Sie es in den „Warmhaltebereich“ verschieben, um es etwas nachgaren zu lassen. Auch hier hat sich die Zuhilfenahme eines Grillthermometers bewährt, um den optimalen Garzeitpunkt festzustellen. Flammen können übrigens auch beim direkten grillen nicht entstehen, wenn der Deckel geschlossen ist, weil dafür zu wenig Luft in den Grill gelangt. Sollten beim Öffnen des Deckels Flammen entstehen, einfach wieder den Deckel auf den Kugelgrill legen, die Flammen ersticken sofort.

Löschen der Glut und Reinigen des Grills

Nun kommen wir zum letzten und einfachsten Teil: Ich lösche die Glut, indem ich die Lüftungsschieber am Weber Kugelgrill unten und oben komplett schließe. Kurze Zeit darauf erlischt die Glut von selbst infolge Sauerstoffmangel ohne Rauch oder andere Geruchsbelästigung.

Auch die Reinigung ist für mich schnell erledigt. Das meiste Fett ist in der Tropftasse gelandet, daher muss der Grill selbst nicht speziell gereinigt werden. Die Asche rutscht in die darunter befindliche Aschelade und kann schnell entfernt werden. Den Grillrost reinige ich (vor allem da ich doch öfters grille) einfach nach dem nächsten Vorheizen mit einer Grillbürste wie oben beschrieben.

Wie man sieht, ist richtiges Grillen mit dem Kugelgrill keine große Hexerei. Wichtig ist nur, den Deckel so lange wie möglich geschlossen zu halten, auch beim direkten grillen.

Wir würden uns über Ihre Erfahrungen mit Kugelgrill freuen, schreiben Sie uns doch!