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Ich grille Outdoor, wo bleibt der Schnee?

Ich grille im Winter, aber das Wetter spielt nicht mit. Lesen Sie wie meine Spareribs dennoch zum Genuß wurden

Foto: Brent Hofacker - Fotolia.com
Spareribs vom Grill

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken. Es lässt sich nicht leugnen, der Winter ist nah. Bei dem nasskalten Wetter ist es drinnen sehr viel gemütlicher, als draußen. Vor allem, wenn im Kamin ein kleines Feuerchen knistert. Und doch kam alles anders als geplant.

Das Wochenende begann wie immer. Endlich ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann auf die Couch mit der obligatorischen Frage: Was machen wir uns heute Mittag zu Essen? Die kurze Antwort: Ich werfe uns ein paar Rippchen ins Rohr!

Sofort war ich hellwach und von der Couch runter. „Wir haben Spareribs? Die dürfen doch nicht ins Backrohr! Ich werfe den Grill an.“, rief ich während ich meine Jacke schnappte und auf die Terrasse stürzte. Wer mich kennt, weiß, dass einer meiner Grills immer auf der Terrasse steht, egal zu welcher Jahreszeit. Ich grille schließlich nicht nur im Sommer!

Leider nicht das gewünschte Wetter

Allerdings war mir das Wetter nicht wohlgesonnen an diesem Tag. Ich grille gerne im Winter, wenn es eine richtig trockene Kälte hat und der Schnee draußen liegt. Es gibt nichts schöneres als im Schnee zu stehen, vielleicht ein Glühwein oder Tee und dem Grill beim brutzeln zusehen. Aber an diesem Tag war es nasskalt, nebelig und es ließ sich keine Sonne blicken.

Egal, da musst du durch. Ich stellte den Anzündkamin auf den Kugelgrill und füllte ihn ordentlich mit Grillbriketts an. Dieses Jahr war ich vorbereitet und hatte die Grillbriketts im Keller. (Das vergangene Jahr hatte ich einen Sack in der Gartenhütte gelagert und der war kaum zum Glühen zu bringen, weil die Briketts Feuchtigkeit gezogen hatten. Da Spareribs bekanntlich lange dauern, machte ich noch einen ordentlichen Gupf auf den Anzündkamin und entflammte den Anzündwürfel.

Foto: Grillportal-Team
Weber Grillwender

Jetzt blieb Zeit die Rippchen zu marinieren, während ich auf die Glut warten musste. Aber weit gefehlt, die Rippchen waren bereits vormariniert, also noch die restlichen Grillutensilien zusammensuchen. Grillzange, Messer, Teller… Da entdeckte ich meinen neu erworbenen Weber Grillwender. Ich hatte diesen kurz zuvor auf gartenparty.de entdeckt und bestellt. Es hat mich neugierig gemacht, weil dieser Wender so unüblich lang war. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Bis jetzt war ich aber nicht dazu gekommen diesen auszuprobieren. Jetzt war die Gelegenheit dazu. Allerdings erwiese sich der Wender für mein Vorhaben wenig hilfreich. Das Umdrehen der Ripperl gelang mit der Grillzange besser. Ich werde den Wender beim nächsten Burger-Grillen noch einmal ausführlich testen und hier berichten.

Es dauerte diesmal ungewöhnlich lange mit der Glut. Ich hatte ordentlich Grillbriketts in den Kamin gepackt und das nebelige feuchte Wetter tat sein übriges, aber schließlich war es soweit und die Spareribs konnten aufgelegt werden. Bei diesen Temperaturen war es natürlich notwendig, den Deckel des Kugelgrills möglichst geschlossen zu halten. Aber ich habe ihn geöffnet um einen Zwischenstand zu fotografieren und um Briketts nachzulegen.

Die Spareribs werden langsam

Foto: Grillportal-Team
Spareribs

Was ich sonst beim Grillen nie mache, aber diesmal war es nötig: Ich verlies meinen Grill zwischen durch um mich im Haus aufzuwärmen. Es dauerte diesmal länger als sonst, bis unsere Spareribs unter meinem kritischen Blick so weit waren, serviert zu werden. Aber wie wir vom Barbecue wissen, wenn die Temperatur niedriger ist und die Garzeit länger dauert, wird das Gegrillte noch schmackhafter.

Eines muss ich auch noch gestehen, Salat, Bratkartoffel und Kräuterbaguette wurde im Haus gemacht. Die Kartoffel und das Kräuterbaguette natürlich im Backrohr. Das brachte mir noch einen Kommentar ein: Wenn das Backrohr sowieso eingeschalten wird, hätten wir die Spareribs auch gleich mitbraten können. Ja, sicher, hätte man können, tut man aber nicht, wenn man ein Grill-Verückter ist.

Um es abzukürzen, die Spareribs waren sehr lecker. Entschuldigt an dieser Stelle, dass es kein Foto von den fertigen Spareribs gibt. Hier ging es dann einfach zu schnell um die Rippchen aus der Kälte an den Tisch zu bringen. Das Fleisch war weich und löste sich fast von selbst von den Knochen. Die Würze (obwohl vorgewürzt) war schön abgestimmt. Das Essen selbst in der warmen Stube mit dem knisternden Kamin im Rücken, ein Genuß!

Aber schöner wär es doch gewesen im Schnee zu grillen, das gestand ich mir insgeheim ein. So sehen ich den Schnee und die trockene Kälte herbei, denn das nächste Mal grille ich im Schnee, versprochen!