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Das Schwedenfeuer als Fackel und Grill

Ein Schwedenfeuer ist eine romantische Sache, aber man kann auch sehr gut damit kochen und grillen

Foto: robi112 - Fotolia.com
Schwedenfeuer

Das Schwedenfeuer (oft auch Schwedenfackel oder Baumfackel genannt) war ursprünglich gar nicht zum Grillen bestimmt. Es ist überliefert, dass die Schweden im Dreißigjährigen Krieg ihre Soldatenlager damit beleuchtet und beheizt haben.
Ein Schwedenfeuer ist ein Stück von einem Baumstamm, wobei sich gezeigt hat, dass die beste Funktion bei einer Dicke zwischen 30cm und 60cm erzielt werden kann. Von diesem Baumstamm wird ein Stück mit einer Länge von 50 bis ca. 160cm herausgeschnitten. Zu beachten ist, dass die Schnittfläche gerade sein soll, damit das Schwedenfeuer später gut steht und nicht wackelt. Dann werden in das Holz von oben vertikale Schnitte eingebracht, die nicht zu tief ausfallen dürfen, weil sonst die Festigkeit des Holzes leiden würde. Im schlimmsten Fall würde der Baumstamm auseinanderfallen. Derart eingeschnitten wird dann in die Mitte des Baumstamms und damit in den Kreuzungspunkt der Schnitte ein Anzündwürfel gelegt und das Feuer entfacht. Das Feuer brennt nun ähnlich einer Fackel und frisst sich langsam in den Baumstamm hinein. Da die Schnitte Luft zum Feuer bringen entsteht eine Art Kamineffekt, welcher das Feuer versorgt und nicht ausgehen lässt.

Achten Sie auf einen gerade sicheren Abstellplatz für das Schwedenfeuer. Denn zum Einen entstehen beim Abbrennen Funken, die in der Gegen umherfliegen und zum anderen kann der Baumstamm, wenn er fast abgebrannt ist, auseinanderfallen und die brennen Teile verteilen sich in näherer Umgebung.
Das Holz sollte übrigens nicht zu trocken sein, weil es sonst zu rasch abbrennt, aber natürlich auch nicht nass, weil es sonst eher raucht als brennt. Nadelhölzer eignen sich besser als Laubholz, weil Laubholz zum Glimmen neigt. Sollten Sie unsicher sein, welche Restfeuchte die richtige ist, dann nehmen Sie lieber etwas zu trockenes Holz und wenn es zu stark abbrennt und sich keine richtige Glut einstellen will, Sie aber unbedingt grillen möchten, dann löschen Sie an den Rändern mit etwas Wasser ab.
Wer zuerst entdeckt hat, dass sich ein Schwedenfeuer auch zum Kochen und Grillen eignet konnte nicht recherchiert werden. Falls Sie hier Quellenangaben haben, würden wir uns darüber sehr freuen. Tatsache ist aber, dass es zum Kochen und Grillen benutzt wird. Durch die schöne Auflagefläche oben und die Glut im Inneren des Baumstamms kann gekocht werden, in dem man ein Gefäß auf den Baumstamm stellt. Aber man sieht zuweilen auch, dass ein Grillrost darübergelegt wird bzw., dass einfach mit Holzspießen am Schwedenfeuer gegrillt wird.
Wir haben auch schon fertige Schwedenfeuer im Handel entdeckt, bei denen zusätzlich zu den Einschnitten im Holz der Baumstamm etwas ausgehöhlt wurde und in diese Höhle Grillbriketts gelegt wurden, um die Glut länger und mit gleichmäßiger Temperatur aufrecht zu erhalten. Damit lässt es sich sehr gut grillen. Leider mit dem kleinen Nachteil, dass der „Grill“ nach dem Grillen verbrennt und nicht mehr da ist. Ein Vorteil sollte allerdings nicht verschwiegen werden: Über die Reinigung des Grills brauchen Sie sich in diesem Fall keine Sorgen mehr zu machen;-)