Rinderhüftsteak grillen

Rinderhüftsteak grillen – worauf, womit, wie lange?

Ein Rinderhüftsteak ist ein wirklich edles Stück Fleisch. Die Hüfte ist im Gegensatz zu anderen Teilen vom Rind vergleichsweise mager. Damit man auf jedem Grill und mit unterschiedlichen Zutaten für eine Geschmacksexplosion am Gaumen sorgen kann, zeigen wir hier wie worauf, womit und wie lange man grillen sollte, um das perfekte Hüftsteak zu kredenzen.

Qualität und Fleischtemperatur vor dem Grillen

Wer ein gutes Steak essen möchte, sollte sich zuerst einmal ein gutes Steak kaufen. Das kann ein einzelnes Steak sein oder man wählt direkt die Rinderhüfte und zerlegt diese daheim. Ob man das Fleisch nun vor dem Grillen auf Zimmertemperatur erwärmen lässt oder es noch gekühlt auf den Grill legt, da streiten sich die Geister. Die Befürworter von zimmerwarmem Fleisch warnen vor zähen Steaks. Die andere Hälfte führt ein immerhin schlüssiges Argument an, bei welchem es darum geht, dass in Restaurants auch keine zimmerwarmen Steaks auf den Grill kommen und diese dann trotzdem butterweich werden. Hier entscheidet also eher der persönliche Geschmack.

Würzen vor dem Grillen

Wer sein Fleisch nicht gerade pökelt bevor er es auf den Grill befördert, wird immer nur die äußerte Schichte des Fleisches salzen. Wird das Steak dann später in Tranchen aufgeschnitten, kann das Innere immer noch Salz vertragen. Gewürze wie grober Pfeffer oder andere Trockengewürze verbrennen bei den Temperaturen auf einem Grill. Es ist also besser, das Würzen ohne Marinade auf nach dem Grillen und Anrichten zu verschieben. So erhält man den vollen Geschmack.

Marinade

Rinderhüftsteaks oder eine Rinderhüfte kann sehr gut mariniert werden. Rezepte für schmackhafte Marinaden gibt es viele und auch hier entscheidet der persönliche Geschmack. Am besten mariniert man 12 bis 24 Stunden, bevor das Fleisch auf den Grill kommt. Das Fleisch sollte in dieser Zeit kühl in der Marinade gelagert werden.

Wie lange Grillen?

Das kommt auf die Dicke des Steaks an. Bei einer Dicke von 3 cm sollte man ein Steak ein bis zwei Minuten von jeder Seite grillen, wenn man es englisch oder rare genießen möchte. Für einen Medium Genuss empfehlen sich drei Minuten von jeder Seite und wer es Well Done mag, der grillt auf Nummer sicher mit bis zu 5 Minuten pro Seite. Anschließend lässt man das Steak ruhen bei maximal 130 Grad. Dies macht man so lange, bis die für das perfekte Ergebnis benötigte Kerntemperatur erreicht ist.

Welche Kerntemperatur braucht das Steak?

Je nachdem wie man sein Rinderhüftsteak am liebsten isst, sollte eine unterschiedliche Kerntemperatur angepeilt werden. Um diese zu messen, empfiehlt sich ein Digitalthermometer. Dieses wird ins Steak gesteckt und misst dort die Temperatur.
Wer es Rare oder Englisch mag, der benötigt eine Kerntemperatur von 47 bis 52 °C. Medium Rare wird das Steak bei 52 bis 54 °C, Medium bei 55 bis 58 °C, Medium Well bei 58 bis 60 °C und Well Done, also durch, ab 61 °C.

Unterschiedlich Grillen auf verschiedenen Grillgeräten

Ein Elektrogrill erreicht sehr schnell die richtige Temperatur. Die Heizstäbe in seinem Inneren erreichen schon in einer viertel Stunde die richtige Grilltemperatur. Der Grill sollte auf die höchste Stufe eingestellt werden, um die maximale Temperatur von 200 bis 300 °C zu erzielen. Nun wird zuerst heiß angegrillt. Das bedeutet, dass man das Steak, je nachdem wie das Endergebnis aussehen soll, von beiden Seiten für wenige Minuten starker Hitze aussetzt. Das Fleisch wird hier direkt gegrillt. Anschließend wird es vom Grill genommen und für fünf bis zehn Minuten in Alufolie eingewickelt und an einem warmen Ort gelegt. Die Fleischsäfte sammeln und verteilen sich im Inneren und das Fleisch gart noch ein wenig nach. Das Ergebnis ist außen kross und innen saftig.

Ein Gasgrill bietet ebenfalls eine sehr schnelle Hitzeentwicklung. Flamme an und schon heizt sich der Rost in Windeseile auf. Mindestens 100 Grad sind notwendig um das Branding zu erzeugen, also die Kruste voller Röstaromen. Doch um die Fleischfasern richtig schön kross zu bekommen, sind Temperaturen zwischen 400 und 500 °C notwendig. Ein Gasgrill hat mehrere Zonen. Das bedeutet, dass man auf unterschiedlichen Bereichen des Rosts unterschiedliche Temperaturen erzeugen kann. Nachdem man sein Rinderhüftsteak scharf von beiden Seiten angegrillt hat, kann man es in Alufolie wickeln und auf einen sehr niedrig temperierten Bereich oder an einen warmen Ort legen. Hier sollte die Temperatur allerdings nicht über 130 °C liegen. Nach fünf bis zehn Minuten ist auch hier das Steak bereit serviert zu werden.

Ein Holzkohlegrill braucht zwar ein bisschen Zeit, bis er die notwendige Temperatur erreicht hat, doch das Warten lohnt sich. Um das perfekte Steak zu grillen, sollte man Holzkohle verwenden, da diese höhere Temperaturen generiert als Briketts. Je heißer die Temperatur beim Grillen, desto krosser und auch dünner ist die Kruste. Ist der Grill heiß, kommt das Steak direkt auf den Rost und wird von jeder Seite scharf angegrillt. Im Anschluss kann man das Steak einwickeln und an den äußersten Rand des Rostes legen und nachziehen lassen. Da man auf einem Holzkohlegrill, wie auch auf einem Gasgrill, indirekt grillen kann, sind diese Bereiche ideal, um dort das Steak ruhen zu lassen. Im Anschluss heißt es dann Bon Appetit!

Die perfekte Beilage

Das Steak ist zwar der Hauptdarsteller, doch was wäre eine Geschichte ohne die liebenswerten Nebendarsteller? Zum Steak passen sowohl vielerlei Aromen. So kann man gegrillte Süßkartoffeln oder Kartoffeln reichen, ein frischgebackenes Brot, mit welchem man den Fleischsaft auftunken kann oder auch knackige Gemüse. Bei den Gemüsesorten passen vor allem Brokkoli, Bohnen, Paprika oder Gemüsezwiebeln ideal zum Steak. Diese sollten raffiniert gewürzt werden. Wer gerne mal was ausprobiert, kann auch etwas Obst zum Steak reichen. Eine Ananas oder Banane in Bacon gegrillt, oder ein Früchtespieß mit Pfirsich, Melone und Trauben harmoniert gut mit würzigem Fleisch.

Rezept für Rinderhüftsteak in Rum-Marinade mit Früchtespieß für 4 Personen

Zutaten
4 Rinderhüftsteaks ca. 3 cm dick
150 ml brauner Rum
150 ml Aceto Balsamico
150 ml Olivenöl
1 TL Rohrzucker
1/2 TL grobes Meersalz
1 rote Chili
Holzspieße
200 g Weintrauben ohne Kerne
200 g Pfirsich gewürfelt
200 g Ananas gewürfelt
1 TL geräuchertes Paprikapulver

Zubereitung

Die Steaks in der Marinade aus Öl, Essig, Rum, Rohrzucker, Salz und Chili einlegen und am besten über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die marinierten Steaks auf dem Grill der Wahl nach Wunsch zubereiten. Parallel dazu können kleine Holzspieße immer abwechselnd mit Ananas, Weintrauben und Pfirsichen bestücken. Fleisch nach dem Grillen ruhen lassen. Nun die mit dem Obst bestückten Spieße durch die Marinade ziehen, in welche man kurz vorher das geräucherte Paprikapulver gegeben hat. Nun die Spieße von allen Seiten grillen, bis der Saft aus dem Obst tritt und sich deutliche Grillmarken auf dem Obst befinden. Anschließend die Steaks in Tranchen aufschneiden und mit den gegrillten Fruchtspießen servieren. Voilá!