Backofen im Grill

Pizzastein am Grill, besser als im Backofen. Nicht nur die Pizza kann auf dem Grill zubereitet werden

Ein Pizzastein muss her, schließlich ist er gerade voll angesagt. Nur mit ihm kann man leckere Pizzas und Brot zaubern. So die derzeit vorherrschende Meinung. Dennoch ist die Auswahl schwierig, es gibt eine Vielzahl an Variationen, was Material, Größe oder Stärke angeht.

Ist der Pizzastein dann erworben, hört man nicht selten Klagen, weil das Ergebnis nicht so ausgefallen ist, wie man sich das erwartet hätte.
Im folgenden Artikel wollen wir die Hintergründe rund um den Pizzastein am Grill durchleuchten, Formen und Materialen vergleichen, damit Sie den für Sie passenden Pizzastein finden und leckere Gerichte zubereiten können.

Pizzastein am Grill

Ein Pizzastein eignet sich außerordentlich gut zum Einsatz am Grill. Im Sommer kann man mit einem Pizzastein und einem Grill nicht nur Pizza zubereiten, auch gewöhnliche Würstchen Steaks oder Flammkuchen gelingen besonders. Der Grill eignet sich in vielen Fällen besser als ein herkömmlicher Backofen, weil eine höhere Temperatur erzeugt werden kann. Dazu müssen aber die dazu passenden Grillkohlen bzw. Briketts verwendet werden. Eine höhere Backtemperatur bedeutet, dass die Pizza belagschonender gebacken werden kann. Darüber hinaus entwickeln sich die charakteristischen Röstaromen am Pizzateig, die beim Backen im Küchenofen oftmals verloren gehen. Normalerweise erreicht man ein solches Aroma nur in einem echten Steinbackofen. Aufgrund der hohen Temperatur des Pizzasteins, bildet sich sehr schnell eine feste Schicht am Pizzaboden. Der Teig selbst bleibt lockerer und der Belag frischer. Außerdem klebt die Pizza nicht so leicht am Pizzastein fest.

Pizzastein am Gasgrill

Es muss jedoch einiges beachtet werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. der Grill sollte mit einem Deckel versehen sein. Solche Grills werden oft als Kugelgrill bezeichnet. Es gibt aber auch den Gasgrill mit Deckel. Der Deckel sorgt dafür, dass die Hitze reflektiert wird, sodass die Pizza auch von oben und nicht nur von unten gebacken wird. Letzten Endes ist es jedoch egal, ob man sich für einen Gasgrill oder eine Holzkohlebefeuerung entscheidet. Dies hängt immer von den eigenen Vorlieben ab.

Die Temperatur kann bei Gasgrills viel bequemer geregelt werden und außerdem muss man kein Brennmaterial nachlegen. Beim Räuchergeschmack kann etwas nachgeholfen werden. Es könnten befeuchtete Buchenholzspäne in Alufolie hinzugegeben werden. Die Alufolie muss mit ein paar Löchern versehen werden. Mit diesem Trick wird automatisch der Geschmack von einem mit Buchenholz befeuerten Steinbackofen erzeugt.

Welches Material: Pizzastein aus Schamott oder Cordierit

Hier herrscht die größte Unsicherheit beim Kauf. Man muss jedoch wissen, dass der Unterschied zwischen einem Cordierit-Schamottestein und einem herkömmlichen Schamottestein nur ein rohstoffbedingter Qualitätsunterschied ist. Ein Cordierit-Pizzastein ist länger haltbar. Da sich ein Pizzastein beim aufheizen ausdehnt und beim Abkühlen wieder zusammenzieht, wird er mit der Zeit kaputt werden. Ein Pizzastein aus Cordierit hält diesen Prozess in der Regel viel länger aus. Der Aufpreis lohnt sich also und ich würde immer zum Cordierit-Schamott-Pizzastein raten.

Welche Form soll der Pizzastein haben? (rund oder eckig)

Grundsätzlich nimmt man für den runden Grill eher den runden Stein. Wenn ein Kugelgrill mit großer Backfläche benutzt wird, kann auch problemlos ein eckiger Pizzastein untergebracht werden. Auf diese Weise wird die Fläche des Grillrosts bestens ausgenutzt. Es ist überaus wichtig, dass man dem Pizzastein noch etwa 3 cm Luft zum Rand lässt, damit die Luft im Grill oszillieren kann und es zu keinem Hitzestau kommt.

Welche Dicke (Stärke) für den Pizzastein?

Es gibt den Pizzastein in unterschiedlichen Stärken. Von 1cm Dicke bis zu 5 cm Dicke ist alles am Markt zu haben. Es gibt aber auch kontroverse Diskussionen darüber, welche Stärke nun die empfohlene ist. Grundsätzlich kann ein dickerer Pizzastein natürlich viel mehr Wärme speichern. Das hat den großen Vorteil, dass man mehrere Pizzas zubereiten kann, ohne den Stein zwischendurch wieder aufheizen zu müssen. Daher tendiert man dazu eher den dickeren Stein zu nehmen.

Aber ein dickerer Pizzastein braucht viel länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Wer also kein gewerblicher Pizzalieferant ist und nur mal schnell eine Pizza zwischendurch für sich selbst machen möchte, sollte den dünneren Stein vorziehen, weil er einfach schneller aufgeheizt ist.

Die größere Speicherfähigkeit der wärme beim dickeren Stein kann am Grill dadurch ausgeglichen werden, dass dieser ja ständig nachgeheizt wird, weil ja die glühenden Grillkohlen darunter liegen.

Pizzastein vorheizen

Der Pizzastein muss in der Regel 30 Minuten vor Grillbeginn auf den Grillrost gelegt werden. Gemeinsam mit dem Grill wird dieser dann aufgeheizt. Ein Thermometer am Grill ist eine wahre Hilfe, da dann die Backtemperatur besser bestimmt werden kann. Bestenfalls wird eine Temperatur von 350° C erzeugt. Die Pizza ist bei dieser Temperatur innerhalb von 3 oder 4 Minuten durchgegart.
Den schlimmsten Fehler, den man machen kann, ist es die Pizza auf den nicht vorgeheizten Pizzastein zu legen.

Der Pizzastein kann direkt über die Glut gelegt werden, da er dann außerordentlich heiß wird und sehr schnell eine leckere Pizza fabriziert. Man muss jedoch aufpassen, dass der Pizzaboden nicht verkohlt. Das Backverhalten sollte daher zunächst überprüft werden. Wenn der Pizzastein indirekt benutzt wird, dann dauert das Backen länger, die Gefahr, dass die Pizza anbrennt reduziert sich dafür signifikant.

Normalerweise sollte an einem Pizzastein nichts anbrennen, wenn dieser anständig vorgeheizt wird. Der Pizzateig backt dann schnell eine dünne Kruste, wodurch nichts mehr mit dem Stein verbunden ist. Wenn dann doch mal Essensreste am Pizzastein haften, dann sollten diese schnell entfernt werden. Irgendwann werden sie nämlich verbrennen, wodurch sich ein unangenehmer Rauch entwickelt.

Pizzastein mit Schaufel

Sehr oft sieht man den Pizzastein mit einer Schaufel im Set. Ist dieses Sets nun zu empfehlen? Jeder der schon einmal Pizza am Grill gemacht hat, weiß wie nützlich eine Pizzaschaufel ist. Es ist beinahe unmöglich den rohen Pizzateig samt Belag von der Küche auf den Pizzastein zu transportieren, ohne einen Totalschaden zu produzieren. Ich spreche hier aus Erfahrung. Ebenso ist die Pizzaschaufel nützlich, um die fertige Pizza vom Grill zu nehmen und zu servieren. Ob Sie die Schaufel aber im Set kaufen oder separat erwerben, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Reinigung des Pizzasteins

Der Pizzastein hat Poren und darf niemals mit Spülmittel gereinigt werden. Bitte verwenden sie nur warmes klares Wasser für die Reinigung. Mit einem Schaber kann ein Pizzastein jedoch sehr gut sauber gehalten werden. Der Pizzastein wird mit der Zeit fleckig werden. Das sieht zwar nicht schön aus, beeinträchtig den Stein aber nicht in seiner Funktion.
Eher umgekehrt, sind viele der Meinung, dass ein Pizzastein mit der Zeit seiner Verwendung immer besser wird.

Eine sehr gute Übersicht zum Thema Pizzastein finden sie auch auf "Pizzasteine im Vergleich"

Unseren Test in der Praxis finden Sie auf folgender Seite:

Weber GBS Pizzastein - Praxistest und Erfahrungsbericht

Wir testen den Weber GBS Pizzastein. Lesen Sie unseren Erfahrungsbericht aus der Praxis und alles über unsere erste Pizza

Weiter geht es in der Reihe unserer Erfahrungsberichte zum Weber GBS. Diesmal ist der Weber GBS Pizzastein an der Reihe. Ich hatte Bedenken, dass der Pizzastein beim Versand brechen könnte und habe ihn daher beim lokalen Fachhändler erworben. Sicher hätte man einen etwaigen Transportschaden auch reklamieren können, aber so erschien es mir einfacher. Der Weber Gourmet Barbecue System Pizzastein ist jetzt nicht nur irgendein Pizzastein, sondern er kommt mit einer dazu passenden Halterung aus Metall, welche genau in die Ausnehmung des Weber GBS Rost passt. Das scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich und auch der Vorteil solch einer Halterung ist nicht gleich ersichtlich. Aber dazu später mehr. Die ersten Schritte waren natürlich wie immer: Grill (der bei mir sowieso immer draußen auf der Terasse steht) bereitmachen, Deckel runter, Anzündkamin rein. Holzkohlebriketts in den Anzündkamin, anheizen, usw. weiterlesen...

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